1. Zhangzhuang
Die Quelle der Kraft des Yiquan liegt in den lange geheimgehaltenen Übungsmethoden der Stehmeditationen. Diese dienen zur Entwicklung des Qi, zur Schärfung des Geistes und letztlich dazu, um das Bewusstsein zu transformieren. Die Übungen wurzeln in der daoistischen Schule des Inneren Elixiers, die sich bis zur Sung-Dynastie zurückdatieren lässt. Zu Anschauungszwecken wird das üben von Zhanzhuang häufig mit dem Wachstum eines Baumes verglichen. Der Übende ist dabei wie ein junger Baum, der trotz seiner anfänglichen Schwäche ruhig und aufrecht steht und dabei jeden Tag ein Bisschen wächst, bis er eines Tages zu einem großen und starken Baum geworden ist. Durch die Übungen der Standmeditation (Zhanzhuang) wird im Yiquan die Energie erzeugt die im Kampf, aber auch zur Gesunderhaltung benötigt wird. Das ist der Haupttrainingsinhalt des Yiquan. Die Übungen bewirken mit Hilfe der gelenkten Vorstellungskraft, dass das im Gehirn gelegene Bewegungszentrum (motorisches Zentrum) trainiert wird, indem die jeweiligen Muskeln von hier aus längere Zeit mit Nervenimpulsen der Muskel-Kontraktion und -Entspannung aktiviert werden, ohne dass eine spürbare Tätigkeit der Muskulatur resultiert. Hierdurch wird speziell das Signalverarbeitungssystem weitergebildet, das aus entsprechenden Nervenzellen von Gehirn, Rückenmark und Muskeln besteht. Im Gegensatz zum westlichen Krafttraining wird hier nicht die Anzahl und Dicke der Muskelfasern erhöht sondern Funktion und Anzahl (Quantität und Qualität) der Synapsenverschaltungen und der Nervenendplatten und damit die Informationsübertragung deutlich verbessert. Dieser Anpassungsvorgang wird auch als Erleichterungsphänomen bezeichnet. Hierzu hat Wang Xiangzhai die Zhanzhunag des Xing Yi Quan weiterentwickelt, bzw. wieder an ihre Quelle geführt. Er erkannte, dass die Stellungen des Xing Yi Quan auf Grund Ihrer Beschränktheit in Bezug auf Kraftrichtungen den Übenden nicht in die Lage versetzen, die Hunyuan-Kraft zu entwickeln.
